Unser Beitrag zur Bildung in Ifetedo

Als der Geschwister Afrikas e. V. sich nach seiner Gründung 2009 auf die Suche nach zu unterstützenden Projekten machte, fiel das Augenmerk sehr schnell auf die Situation in Ifetedo.

 

 

Qualifizierte Bildung war dort eine echte Mangelware. Wie vielerorts in Nigeria bedeutete ein Schulbesuch für ein Kind oder einen Jugendlichen, sich seine Schuluniform anzuziehen, seine sieben Sachen zu packen (am besten inklusive eines eigenen Stuhls, denn sonst sitzt man in der Schule unter Umständen auf dem Boden) und darauf zu hoffen, dass auch Unterricht stattfand. Nicht zuletzt durch die eigene Erfahrung unserer Partnerinnen vor Ort haben wir mitbekommen, wie unglaublich oft Lehrkräfte in Nigeria streiken – und wie ausdauernd. Man stelle sich also vor, dass dieses Kind seine Schulsachen einen vielleicht weiten Weg in die Stadt geschleppt hatte, nur um dann immer wieder vor verschlossener Tür zu stehen. Da liegt es irgendwann nahe, vielleicht doch eher zu Hause zu bleiben und dort im Haushalt oder auf dem Feld mitzuarbeiten.

Ja, es gibt eine Schulpflicht in Nigeria, aber aufgrund der unregelmäßigen Bezahlung der Lehrergehälter und daraus resultierenden Streiks, sowie oft katastrophalen Ausstattungen in den öffentlichen Schulen ist diese im Grunde nicht durchsetzbar.

Zum Glück für diese Kinder und Jugendlichen berichteten unsere Partnerinnen der Poor Handmaids of Jesus Christ (PHJC) uns von dieser Lage und baten uns um Unterstützung. Mit einer Schule könnte so vielen Kindern geholfen werden! Schließlich ist Ifetedo kein kleines Dorf, sondern immerhin die Bezirkshauptstadt, wie man das in Deutschland wahrscheinlich nennen würde.

Eine Schule sollte also her, die möglichst zeitnah Kinder und Jugendliche aufnehmen und bis zum Abschluss der Primary School begleiten könnte. Durch ein Schulgeld sollte gewährleistet werden, dass die Lehrer bezahlt, die Schule in bestmöglichen Zustand gehalten und auch Schulmaterialien vorhanden sein würden. Sogar eine Toilette sollte es möglichst geben. Das wäre auch etwas Besonderes gegenüber manchen öffentlichen Schulen.

eine stetig steigene Zahl von Schüler*innen kommt zum täglichen Unterricht in die Holzschule

 

Gesagt, getan. 2011 schon konnte die erste von den Geschwistern Afrikas finanzierte Schule fertiggestellt werden. Die PHJC hatten dafür großzügiger Weise Platz auf ihrem Grund und Boden zur Verfügung gestellt.
Täglich bekommen nun mehr als 125 Kinder qualitativ hochwertigen Unterricht. Da sie offiziell anerkannt ist, können die Schüler*innen zum Abschluss der Schule die staatlichen Tests ablegen und sich für eine weiterführende Schule qualifizieren. Deutsche Sponsoren ermöglichen es den Kindern, deren Eltern sich das Schulgeld sonst nicht leisten könnten, durch das Stipendienprogramm,  eben doch Teil der Schulgemeinschaft zu werden.

diese Dame kommt jeden Tag und verkauft den Schüler*innen ein Mittagessen

 

Im Juli 2016 konnte schon die fünfte Schuljahresabschlussfeier begangen werden. Und wie jedes Jahr war es auch dieses Mal ein rauschendes Fest. Unsere nigerianischen Freunde lieben es, die Schule und ihre Bildung dort zu feiern. Alle Schüler*innen, die bereits nach der 5. Primarstufe (üblich sind 6) den staatlichen Abschlusstest absolviert haben, haben diesen mit Bravour bestanden!

 

Die Lehrer sind mit Freude und Engagement bei der Sache - hier das Kollegium am sog. "cultural day" im Sommer 2016

 

Damit haben wir bereits einen großen Erfolg erreicht - so viele Kinder erhalten nun eine richtig gute Bildung, die ihnen vorher verwehrt geblieben wäre. Aber wir sind noch nicht fertig, denn diese Einrichtung läuft zwar hervorragend, ist aber nicht die langfristige Lösung, die diese Menschen verdienen - deswegen bauen wir eine Steinschule!  Viel Spaß beim Weiterlesen!

 

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